
Veranstaltung der MASCH mit Lucas Zeise*
Die Krise ist doch vorbei… oder?
Freitag, 11. Februar 2011, 19 Uhr
Bürgerhaus Wilhelmsburg, Mengestraße 20
„Wodurch überwindet die Bourgeoisie die Krisen? … Dadurch, dass sie allseitigere und gewaltigere Krisen vorbereitet und die Mittel, den Krisen vorzubeugen, vermindert.“
(Marx/Engels, Kommunistisches Manifest)
Die Krise ist entstanden aus gewaltigen Widersprüchen, die sich im vorher gehenden Boom aufgetürmt haben. Um nur einige zu nennen:
Gigantische Überkapazitäten z.B. in der Autoindustrie bei gleichzeitig sinkender Kaufkraft und wachsender Verschuldung; Explodierendes privates Geldvermögen bei gleichzeitig immer engeren Anlagemöglichkeiten; Wachsende Exportüberschüsse bei einigen Ländern und gleichzeitig wachsende Leistungsbilanzdefizite bei allen anderen ….
Sind diese und andere Widersprüche, aus der die Krise entstanden ist, beseitigt? Nein! Sie bestehen fort, haben sich teilweise verstärkt und neue sind hinzugekommen:
Die Überkapazitäten gibt es dank Abwrackprämie weiter. Ein bisschen privates Geldvermögen ist verbrannt, das meiste ist dank der Bankenrettungsschirme geblieben. Die Kaufkraft der Massen sinkt weiter, ihre Schulden sind während der Krise noch gestiegen. Die Anlagemöglichkeiten für das Geldvermögen werden noch enger. Die Leistungsbilanzen zwischen den Staaten sind noch weiter auseinander gedriftet. Die bisherigen Verlierer versuchen die bisherigen Gewinner bei der Absenkung der Löhne, der Renten und Sozialleistungen wieder einzuholen und zu überbieten. Die Spirale nach unten dreht sich. Konjunkturprogramme und Bankenrettung haben die Staatsverschuldung ins uferlose getrieben, manchenorts bis an die Grenze der Pleite. Sparprogramme in aller Welt sind die Folge. Überall gehen sie zu lasten der Menschen, die ohnehin wenig haben und würgen die schwache Erholung wieder ab. All das wirkt auf die „Exportweltmeister“ zurück.…
Lucas Zeise versucht die Entwicklung zu erklären und zieht die Schlussfolgerung: Die nächste Krise – (oder ist es die Fortsetzung der alten?) – kommt bestimmt. Und die staatlichen Mittel, ihr zu begegnen, sind in der letzten weitgehend verbraucht …
Gemeinsam werden wir dann darüber diskutieren, was aus diesen Erkenntnissen für die Gewerkschaften, für die Marxisten, für die Linke … folgt.
*Lucas Zeise, geb. 1944, Wirtschaftsjournalist. Schrieb für die Frankfurter „Börsen-Zeitung“ und die „Financial Times Deutschland“. Buchautor u. a. „Ende der Party“ und „Geld – der vertrackte Kern des Kapitalismus“. Arbeitete u. a. für das japanische Wirtschaftsministerium und die deutsche Aluminiumindustrie. Um die interessante Mischung rund zu machen: Lucas Zeise ist Marxist, schreibt für die Junge Welt und für die Marxistischen Blätter.
Texte von Lukas Zeise
Hier der Artikel "Der nächste Krisenabschnitt folgt" aus den Marxistischen Blättern 05/10.
Hier der Artikel "Die Niederlage Berlins – Die 750 Mrd. helfen nur den Banken" aus den Marxistischen Blättern 03/10.
Hier [92 KB]
der Artikel "Der Stamokap-Staat" aus der Jungen Welt vom 10. September 2010 als PDF-Datei.
Bücher von Lukas Zeise
"Geld – der vertrackte Kern des Kapitalismus"
"Ende der Party – Die Explosion im Finanzsektor und die Krise derWeltwirtschaft"
