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Die Bertelsmann Stiftung


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Die Bertelsmann Stiftung und die Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge

Die Bertelsmann Stiftung bezeichnet sich selbst als "Denkfabrik" oder "Reformwerkstatt". Tatsächlich handelt es sich um die wohl einflussreichste neoliberale Politikberatungsagentur des Landes, federführend bei der Durchsetzung von Ökonomisierung und Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge (Stichwort "New Public Management"). Die Aktivitäten der Stiftung reichen von der kommunalen Ebene bis zur Europapolitik, sie kümmert sich um Bereiche wie Bildung, Gesundheitswesen, Alten- und Arbeitspolitik. Darüber hinaus mischt die Stiftung auch in Fragen der deutschen Außen- und Militärpolitik kräftig mit. Gleichzeitig ist die steuerlich als "gemeinnützig" eingestufte Bertelsmann Stiftung Mehrheitseigentümerin an dem gleichnamigen, in Gütersloh beheimateten internationalen Medien- und Dienstleistungskonzern (RTL, Gruner+Jahr, Random House, Arvato...). Dieser Einflussapparat aus Stiftung und Konzern wird kontrolliert von der Eignerfamilie Mohn, die die übrigen Bertelsmann-Aktien hält. Und die hat stets die eigenen Expansions- und Profitinteressen im Blick. Denn wo öffentliche Aufgaben privatisiert werden, bietet die Bertelsmann-Dienstleistungstochter Arvato ihre Dienste an.

Der Vortrag gibt eine Einführung in den Aufbau der Stiftung, Aktivitäten und Strategien bei der Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge, das Zusammenwirken mit dem Medienkonzern, personelle Netzwerke und die aus all dem resultierenden Gefahren für demokratische Kontrolle seitens der Bevölkerung. So kann der Blick auf mögliche Widerstandsperspektiven gerichtet werden.

Wiebke Priehn hat 2005 einen ersten bertelsmannkritischen Kongress organisiert. Sie studiert Jura in Hamburg.

Donnerstag, den 22. April 2010, um 19.30 Uhr Kulturzentrum Lola, Lohbr. Landstr. 8